Techniken der Erdverkabelung

Techniken der Erdverkabelung

 

Stromtrasse Südlink

Erdkabel einfach mit dem Pflug verlegen?

Die Stromtrasse "Südlink" soll kommen. Sie soll bei Essenbach an den Kernkraftwerken enden und weitestgehend unterirdisch verlaufen. Das ist teuer, heißt es aus der Politik. Nicht unbedingt, sagt eine Firma aus Pauluszell (Lkr.Landshut).

Stand: 18.11.2015

Quelle: http://www.br.de/nachrichten/niederbayern/inhalt/erdkabel-verlegen-pflug-stromstrasse-100.html

Vergleich der Umweltbelastungen und -beeinträchtigungen bei den verschiedenen Übertragungstechniken

Beschreibung der Auswirkung bei Freileitungen

Erdkabel in Wechselstromtechnik

Erdkabel in Gleichstromtechnik

dauerhafte Belastung durch Trassen:

Trassenbreite

Trassenbreite insgesamt

Trassenbreite in Wäldern

 

 

 

ca. 72 m

72m & 28m = 100m

 

 

 

15,50m

45,00m & 10m = 55m

 

 

 

12,00 - 15,00 m

ca. 30,00 m

Masten

Mastabstand

Masthöhe- Regelfall

Masthöhe

Mindestbodenabstand der Leiterseile

Durchhang der Leiterseile

 

300 - 500m

etwa 50m

54- 65m

12m

 

13m

Entfällt Entfällt

Nutzungseinschränkungen

Bewuchseinschränkungen

Keine Bebauung

Keine Bäume

Keine Bebauung

Eingeschränkte Nutzung

Keine Bebauung, landwirtschaftliche Nutzung problemlos möglich

 

Verlegetiefe Entfällt ca. 1,50m ca. 1,50m
Ernteausfälle Entfällt sehr hoch Entfällt
Bodenerwärmung Entfällt unter 5° Celsius geringer als Sonnenwärme
Drainagen Entfällt werden benötigt werden benötigt
Beeinträchtigungen landwirtschaflicher Geräte Ausfall des GPS Systems Ausfall des GPS Systems KEINE Probleme
Elektrische und magnetische Felder Starke Wechselfelder Starke Wechselfelder KEINE Wechselfelder
Gesundheit Nicht auszuschließen Nicht auszuschließen KEINE Auswirkungen
 
Erdverkabelung umweltschonend möglich!
27.11.2014

Eingriff in die Landschaft so minimal wie ein Feldweg und kostengünstig

Seehofer´s Taktik vor dem Aus

Berlin - Hans-Josef Fell, Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG, macht sich stark bezüglich sinnvoller Netzgestaltung.

"Mit dem neuen 525kV Kabel von ABB kann die vollständige Erdverkabelung der beschlossenen Hochstrom- Gleichstrom- Übertragungsleitungen (HGÜ) verwirklicht werden. Der Eingriff in die Landschaft ist so minimal wie ein Feldweg und die Kosten für die gesamte Verkabelung der SuedLink Leitung liegen deutlich niedriger als die von Freileitungen. Das zeigen die Berechnungen und Analysen der Firma Infranetz AG, die bereits kleinere HGÜ Leitungen im Bereich von 300 kV verwirklicht hat. Die fertigen Berechnungen liegen jetzt vor, nachdem ABB im August dieses Jahres das neue 525kV Kabel vorgestellt hatte. (Siehe Ergebnisdarstellung auf meiner Homepage).
 
 
Eingestellt am 26.11.2014

CERN, IASS: Erfolgreicher Test eines supraleitenden 20 kA-Kabels - geringe Fertigungskosten, keine Übertragungsmasten notwendig

25.03.14

Das Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam erforscht zusammen mit dem CERN (European Organization for Nuclear Research) die technologische Option von supraleitenden Übertragungssystemen als Alternative zu etablierten Stromleitungen. Mit dem erfolgreichen Test des Prototyps eines supraleitenden Kabels, welches in der Lage ist 20 Kiloampere (kA) Strom zu führen, konnte ein bisher weltweit einmaliger Meilenstein erreicht werden.

Das Suprakabel besteht aus dem extrem leitfähigen Material Magnesiumdiborid (MgB2) und ist außerdem besonders stark mit 60 Schichten isoliert.  Dennoch verfügt das Kabel über einen vergleichweise geringen Durchmesser bzw. Umfang der gesamten Kabelinstallation von nur etwa 30 Zentimeter inklusive Kühlmantel, bei vier GW Kapazität und 800 Kilometer Länge. Es ist weitaus kleiner als die meisten Erdgas-Pipelines, das bedeutet weniger Platzbedarf als bei Standard HGÜ-Kabeln (etwa 20 Meter für zehn GW in Zentraleuropa). Anders als Supraleiter geben Standard-Erdkabel Wärme an sie umgebende Böden ab, was diese negativ beeinflusst und ihre Übertragungskapazität senkt.

Quelle: http://www.access2grid.de/news/cern-iass-erfolgreicher-test-eines-supraleitenden-20-ka-kabels-geringe-fertigungskosten-keine

30.09.2014 16:19

Streit um Technologie für Erdkabel

Ein niedersächsischer Ingenieur hat ein Konzept entwickelt, um HGÜ-Stromleitungen billiger und umweltschonender im Boden zu verlegen. Die Stromnetzbetreiber blocken ab.

Ein niedersächsischer Ingenieur hat nach eigenen Angaben ein Konzept für Erdkabel entwickelt, das günstiger als die konventionelle Technologie sein soll und zudem weniger in die Landschaft eingreift. Das berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe.

Ingo Rennert, der unter anderem Netzanschlüsse für Offshore-Windparks plant, schlägt vor, ­­die Kabel in Gräben mit sogenanntem Flüssigboden zu verlegen. Ein Graben von fünfzig Zentimetern Breite reiche so völlig aus, um zwei Kabel mit einer Kapazität von zusammen einem Gigawatt aufzunehmen. Außerdem könne man muffenlose Kabelstücke von bis zu drei Kilometern verwenden, was was die Zahl der Verbindungsstellen auf ein Drittel reduzieren würde.

Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Streit-um-Technologie-fuer-Erdkabel-2408169.html

Habeck will Erdkabel an der Westküste

Vom 31.10.2013

Es wird kommen. „Besonders sensible Gebiete der Westküstenleitung werden erdverkabelt“, kündigte Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) gestern auf dem vom Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume (BNUR) veranstalteten Naturschutztag Schleswig-Holstein an. Damit kommt er den Bürgerinitiativen ein Stück entgegen, die das Erdkabel für die von Brunsbüttel nach Niebüll führende Trasse gefordert hatten. Alle Abschnitte des Baus der 380 KV-Leitung müssten jedoch einzeln genehmigt werden, die genauen Gebiete der Erdkabel, etwa im Bereich der Eider, will Habeck daher erst in den nächsten Wochen bekannt geben. „Es ist ein Kompromiss, in vielen Gebieten werden wir auch alte 110 KV-Leitungen zu 380 KV-Leitungen ausbauen.“

Quelle: http://www.shz.de/nachrichten/meldungen/habeck-will-erdkabel-an-der-westkueste-id3921416.html

Eingestellt am 9.10.2013

380-kV-Leitung: Eine Strom-Pipeline als Ausweg?

An der neuen Technologie, die es möglich macht, die Höchstspannungsleitung unter der Erde zu führen, wird mit Hochdruck gearbeitet. Eine erdverlegte 380-kV-Leitung wäre kostengünstiger als ein Erdkabel

Minimaler Elektrosmog

Absolute Katastrophenfestigkeit, günstige Produktionskosten und vollständige Recyclingfähigkeit sind weitere Merkmale, die diese neuartige Technologie charakterisieren, verspricht Professor Martin Molitor von der Universität Magdeburg, der diese Technik maßgeblich entwickelt. Er sagt: „Das System soll quasi wartungsfrei für circa 50 Jahre betrieben werden können. Und  durch den Aufbau eines geschlossenen Stahlmantels sind die äußeren Magnetfelder minimal, so dass in zwei Metern Entfernung auch kein nennenswerter Elektro­smog zu erwarten ist.“

Quelle: http://www.salzburger-fenster.at/redaktion/aktuelle_berichte/380_kv_leitung_eine_strom_pipeline_als_ausweg_art4706/

 
28.05.2013
Stromnetzausbau - Verbesserung der Kühlung von Erdleitungen / Die einfache Lösung!
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
der Stromnetzausbau in Deutschland schreitet unaufhaltsam voran. Der Streit, welche Verlegemethode, Freileitungen oder Erkabel, die effizientere und umweltfreundlichere ist, besteht weiterhin, ohne das wirklich an einer ganzheitlichen technischen Lösung innovativ gearbeitet wird. Jeder Interessensverbund versucht seine zumeist weiterhin konventionelle Konzeption aus Bequemlichkeit kompromisslos durchzusetzen. 
Wir sind ein Ingenieurbüro für Umwelttechnik und beschäftigen uns u.a. insbesondere mit innovativen thermischen Lösungen für unterirdische Infrastrukturen. In diesem Zusammenhang haben wir eine neue Idee entwickelt, insbesondere die Kühlung erdverlegter Stromleitungen zu optimieren, um auf einfache Weise damit nicht nur die Übertragungsleistung zu verbessern, sondern auch die Effizienz und Umweltverträglichkeit der Erdverlegung gegenüber der Freileitungstechnik weiter zu fördern. Und diese Lösung berücksichtigt nicht nur ein modifiziertes Kühlungskonzept, sondern ermöglicht auch die effiziente zusätzliche Nutzung z.B. von Wärmepumpensystemen in Verbindung mit Speichern und SmartGrid-Lösungen im Energiemix. Alle technischen Komponenten stehen schon zur Verfügung, bedürfen jedoch für die Vermarktung und Anwendung nur noch der Systemzusammenführung und anschließenden Erprobung, wofür z.B. die EnLAG-Teilverkabelungsprojekte die ideale Möglichlichkeit bieten würden. Siehe Info-Flyer in der Anlage.
Es handelt sich hierbei in erster Linie um eine wahlweise aktive oder passive, künstlich installierte Optimierung der Kabelzonenkühlung mit weitestgehend einheitlichen und nachhaltigen thermischen Eigenschaften mittels einer steuerbaren Befeuchtung (Wassersättigung) der Kabeleinbettung in einem weiterhin konventionell einzubringenden, jedoch für eine besonders gute Wasseraufnahme und Haltung modifizierten Flüssigboden oder Verfüllbaustoff (ZFSV). Das Ganze ist weitestgehend wartungsfrei. Über die auf diese Weise erreichbare erhebliche Verbesserung, Absicherung, und Planbarkeit der Kabelkühlung durch eine schnellere Wärmeverteilung in der Kabelverlegezone bei erheblich höherer Wärmeaufnahmekapazität kann zum einen die Kabelleistung bedeutend gesteigert oder bei vorrangig wirtschaftlichen Überlegungen der Kabelquerschnitt entsprechend reduziert werden. Zum anderen sind die Kabel nachhaltig in einer absolut lagestabilen aber spatenlösbaren Bettung formschlüssig eingebunden. Und der Umweltaspekt kommt nicht zu kurz, indem über einen immer Regenwasser feuchten und kühlen Boden die Fauna und Flora sogar positiv unterstützt wird. Das wird auch jeden Naturschützer überzeugen. Zudem bietet dieses System dann bei Bedarf in zweiter Linie die beste Voraussetzung für eine zusätzliche Wärmepumpennutzung über eine außerdem mitverlegte Aktivkühlung in Form von konventionellen Erdwärmekollektoren. Letzteres könnte im Verbund mit einer umfassenden Smart-Grid-Lösung interessant ein     
Dieses thermische Optimierungskonzept für die Erkabelverlegung würden wir gerne mit interessierten Partnern, wie z.B. mit Netzbetreibern und Netzversorgern, Kabel- und GIL-Herstellern, und entsprechenden Systemanbietern und Leitungstiefbauern gemeinsam aufbereiten und möglichst schnell in die laufenden und anstehenden Planfeststellungsverfahren des Netzausbaus einbringen. Übrigens könnte diese neue technische Lösung auch gut als innovativer Sondervorschlag in konventionellen Ausschreibungen mitangeboten werden.     
 
Mit freundlichen Grüßen

TEc MANAGEMENT

Quelle: E-Mail vom, 28.05.2013 Dipl.-Ing. Michael Henze

10.04.2013

RWE verlegt bislang längstes Supraleiterkabel in Essen

RWE verlegt bislang längstes Supraleiterkabel in Essen

Der Energiekonzern RWE hat gestern in Essen mit dem Spatenstich zur Legung des bisher längsten Supraleiterkabels in Deutschlands mehr als hundert Jahre nach Entdeckung des Supraleitungseffektes ein neues Kapitel in der Stromübertragung aufgeschlagen. Das rund ein Kilometer lange Kabel, das im Rahmen des Projektes „AmpaCity“ in der Innenstadt gelegt wird, überträgt fünfmal mehr Strom als herkömmliche Erdkabel bei gleicher Spannung. Das erfordert weniger Leitungen und damit weniger Umspannstationen.

Quelle: http://www.stromtip.de/News/28653/RWE-verlegt-bislang-laengstes-Supraleiterkabel-in-Essen.html

18.04.2012

Muffenloses Erdkabelkonzept

Das Ingenieurbüro Rennert Kraftwerke, aus Müden / Aller, hat mit Stand vom 15.04.2012, ein Konzept der muffenlosen Erdverkabelung als pdf Datei erstellt.

Link: http://www.infranetz.com/

 

Alternative Lösung - VPE-Kabel –


Das VPE-Kabel ist wie die Gasisolierte Leitung (GIL) eine erdverlegte Variante. Der Unterschied zu Gasisolierten Leitungen (GIL) besteht u.a. darin, dass das Magnetfeld bei VPE-Kabeln nicht wie bei GIL abgeschirmt wird. Magnetfelder durchdringen sogar Betonwände und können im Gegensatz zu den elektrischen Feldern nur durch eine besondere Konstruktion abgeschirmt werden. Dieses wird durch GIL gewährleistet. Die Magnetfelder würden bei VPE-Kabeln im Gegensatz zu Freileitungen aber nur „punktuell“ auftreten. Laut der Oswald-Studie der Firma ForWind würde das VPE-Kabel etwa 2-mal so teuer sein, wie Freileitungen. Die Nachteile, die durch Freileitungen entstehen, würden zum Teil reduziert werden. Eine Verschandelung der Landschaft würde nicht eintreten. Es bestehe keine Kollisionsgefahr für Vögel mit den Leiterseilen einer Freileitung und die Wertminderung der Grundstücke würde sich in Grenzen halten etc.

 

 

Alternative Lösung - Gasisolierte Leitung (GIL) -


Das gasisolierte Leitungssystem wurde erstmals 1976 eingesetzt. Mittlerweile gibt es ein System der zweiten Generation, das über die Jahre hinweg ständig verbessert wurde. Wir sprechen hier folglich nicht um eine Alternative, die noch in den „Kinderschuhen“ steckt, sondern ausgereift ist und funktioniert. Gasisolierte Hochspannungsleitungen können direkt im Erdreich verlegt werden. Der elektrische Leiter verläuft in einem Metallrohr. Der Zwischenraum zwischen Leiter und Metallmantel ist mit Isoliergas gefüllt. Der Hersteller Siemens schreibt dazu Folgendes: "Höchste Personen- und Betriebssicherheit, eine extrem lange Lebensdauer, tiefste elektromagnetische Strahlungswerte, geringste Beeinträchtigung des Landschaftsbildes sowie tiefste Verlustleistungen machen dieses Hochspannungs-Übertragungssystem zur effektiven und umweltverträglichen Alternative."

Gasisolierte Leitungen (GIL) haben gegenüber Freilandleitungen immense Vorteile:

1. Vorteil

Das „gefährliche“ magnetische Feld ist bei erdverlegten GIL-Leitungen ca. 10-mal kleiner als bei Freileitungen. Diese 10-mal kleineren Felder resultieren aus der Blech-Ummantelung eines GIL- Leiters und aus der wesentlich kleineren Distanz der drei Leiter untereinander. Mit diesen 10-mal tieferen Magnetfeldern könnten wir leben.

2. Vorteil

E.ON behauptet, dass die Wärmeverluste einer unterirdischen Hochspannungsleitung so groß sind, dass über und neben der Trasse alles verdorrt, und eine Bebauung und Bepflanzung auszuschließen wäre. Eine Bodenverlegung ist nur in wenigen Bereichen zu realisieren, da eine offene Wasserhaltung benötigt werde.
Warum nicht gleich so:
„Wahrscheinlich werden dann auf den Feldern Palmen wachsen und die Bauern können gleich fertige Pommes statt rohe Kartoffeln ernten!“ Tatsächlich ist es so, dass die Verlustleistung einer Hochspannungsfreileitung in der Regel ca. 14% beträgt. Die Leiter werden dabei 40 Grad warm, auch bei frostigen Wintern. Damit wird tatsächlich das „Vaterland“ geheizt. Die Verlustleistung einer GIL- Leitung im Boden beträgt infolge des wesentlich höheren Leiterquerschnitts nur ca. 4%. Dadurch wird nicht einmal eine Zwangskühlung erforderlich. Es bleibt also im Erdreich bei Zimmertemperatur. Von Verdorren von Pflanzen kann nicht die Rede sein. Wobei die E.ON in Ihren Unterlagen selbst bei Freileitungsmasten eine Erwärmung des Erdreichs zugibt. „Wahrscheinlich handelt es sich hierbei aber um eine andere Wärme!“ Die 3,5-mal geringere Verlustleistung beschert der E.ON übrigens ungeahnte Millioneneinnahmen. Durch die geringeren Verluste könnte der Kohlendioxidausstoß der „Schattenkraftwerke“ reduziert werden. Gasisolierte Leitungen (GIL) transportieren wesentlich höhere Ströme als Freileitungen. Siemens gibt in ihrer technischen Dokumentation Bemessungs-Ströme von 6300 Ampère an, also mehr als das Doppelte dessen, was eine Freileitung auf zwei Strängen schafft. Die Transportverluste, die mit einer GIL- Leitung während einer Zeitdauer von 50 Jahren eingespart werden könnten, minimieren die Mehrkosten einer Erdverlegung noch weiter.

3. Vorteil

Die Landschaft wird durch die 60 m hohen Hochspannungsmasten verschandelt. Besonders für größere Vögel und ortsunkundige Zugvögel stellen die stromführenden Leiterseile zusätzliche Gefahren dar, insbesondere bei schlechten Sichtverhältnissen – eine Kollision mit den Leiterseilen wäre vorprogrammiert.

4. Vorteil

Bei der Leitungsverlegung könnte ein kürzerer Verlauf als bei Freileitungstrassen vorgenommen werden, was eine weitere Kostenreduzierung zur Folge hätte.

5. Vorteil

Man hätte keinen Widerstand aus der Bevölkerung zu erwarten. Kostenintensive Zwangsenteignungen und „Brechung von Bürgerwiderständen im Zuge des Freileitungsbaues“ würden dem Projekt nicht entgegen stehen.

Die Kosten:

E.ON hatte anfänglich behauptet, dass erdverlegte GIL-Leitungen 10-mal so teuer wie Freileitungen sind. Mittlerweile wurde dieser Wert durch die Vergleichsstudie ForWind auf ca. 4 bis 5 –mal reduziert. Doch hier wurden nur die betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkte berücksichtigt. Die volkswirtschaftlichen (Wertminderungen der Grundstücke, Verschandelung der Landschaft etc.) fanden keine Erwähnung. Zu berücksichtigen wäre auch, dass bei zukünftigen Projekten auch die GIL-Variante Verwendung finden kann, was die Kosten weiter senken dürfte (wird ein Produkt vermehrt produziert, senken sich die Kosten). Siemens ist übrigens nicht die einzige Firma, die derartige Leitungssysteme herstellt. Es besteht somit die Möglichkeit, den Preis durch Angebote anderer Hersteller zu reduzieren.
Tatsächliche Befürchtungen von E.ON:
Das Vorgehen der E.ON lässt darauf schließen, dass man die Bevölkerung und die Gegner der Freileitung für dumm und hilflos ansieht und sie verschaukelt. Umweltverträglichkeitsberichte werden nicht nach dem Stand der Technik erstellt und technisch-physikalische Tatsachen werden verdreht. Zudem werden Politiker und Entscheidungsträger bewußt falsch informiert.
Muss eigentlich zuerst ein massiver Bürgerprotest ausbrechen, bevor die Stromhändler kapieren, was die Stunde geschlagen hat? Siemens sucht übrigens einen Projektleiter für Gasisolierte Hochspannungsleitungen in der Ukraine, Weißrussland und Moldawien zwecks Projektierung einer GIL-Leitung. Sollte selbst Russland uns in der Verlegung von Hochspannungsleitungen in die Erde einige Schritte voraus sein? Man kann alles eigentlich nur so deuten, dass bei 18300 km 380 kV- und 21000 km 220 kV-Leitungen die Angst der Netzbetreiber darin besteht, sämtliche Netze aufgrund der jetzt risikoarmen Technologie der Erdverlegung in die Erde legen zu müssen, was dann mit enormen Kosten verbunden wäre.

 

HGÜ

Der Strom wird knapp. Regenerative Energien müssen her. Wind- und Sonnenstrom aus sonnenintensiven Regionen im mittleren Osten und Nordafrika ist deutlich kostengünstiger als Elektrizität aus Mitteleuropa. Bereits eine Fläche von 110 mal 110 Kilometer in der Wüste reichen, um 100 Prozent des europäischen Energiebedarfs zu decken. Ein europäisches Supergrid mit Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung ist überfällig. Von Julian Peters (16. September 2007) - Im Schnitt legt der Strom vom Kraftwerk zum Verbraucher etwa 100 Kilometer zurück. Die konventionellen Hochspannungsnetze mit Drehstrom funktionieren auf kurzen Distanzen wunderbar. Sie haben jedoch Nachteile für den Transport über größere Entfernungen von mehr als 100 Kilometern. Bei der Umpolung von der einen auf die folgende Phase - das passiert 50 malpro Sekunde - muss der Leiter erst komplett neu geladen werden. Dabei treten große Magnetfelder auf, die dem Ladungsvorgang entgegenwirken. Je länger die Leitung, desto größer sind die Felder, desto größer ist der Verlust. Des weiteren fließt der Strom nur in den Rändern des Leiters, was dickere Querschnitte voraussetzt und den größten Teil des Leiters ungenutzt lässt. An dieser Stelle setzt die Technik der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) an: Statt als Drehstrom wird die Energie als Gleichstrom auf die Reise geschickt. Die Verluste fallen deutlich geringer aus. Weil der ganze Leiterquerschnitt genutzt wird und die Zahl der Pole geringer ist - es werden zwei oder gar einer statt drei benötigt - ist der Platzbedarf einer solchen Leitung nur etwa halb so groß wie für die herkömmliche Variante. In der Praxis muss man bei einer HGÜ-Leitung von 1000 Kilometer Länge nur drei bis vier Prozent Verlust in Kauf nehmen. Hinzu kommen je 0,6 Prozent Verlust beim Umrichten. Drehstromnetze, die speziell fü hoheSpannungen ausgelegt sind, haben Leitungsverluste von etwa 15 Prozent auf 1.000 Kilometern.Ein weiterer Vorteil der Gleichspannungsübertragung: Die Wechselstromnetze, die über eine Gleichspannugsleitung verbunden sind, müssen nicht phasensynchron schwingen. Ein synchrones Wechselstromnetz überspannt derzeit zum Beispiel ganz Kontinentaleuropa. Wenn in einem Teilnetz Produktion und Verbrauch nicht übereinstimmen, dann wird aus anderen Regionen automatisch Strom nachgeliefert bis die Drähte glühen. Die Netzstabilität ist dadurch ein gemeinsames Problem aller durch Wechselspannung verbundenen Netze. Regionen, die durch Gleichspannungskupplungen miteinander verbunden sind, können und müssen ihre Netzstabilität jeweils selbstständig sichern. England und Kontinentaleuropa sowie Mittel- und Osteuropa sind so miteinander verbunden.

Wechselrichter

Das Problem beim Gleichstromtransport: Man muss zuerst den Wechselstrom gleichrichten, übertragen und daraus anschließend wieder Wechselstrom erzeugen. Verbesserte Halbleitertechnologie mit riesigen Thyristoren hat diesen Prozess wesentlich verbessert. Die Wechselbeziehungsweise Gleichrichtung ist ein wesentlicher Kostenfaktor einer HGÜ-Übertragung. Deshalb wird die HGÜ Übertragung je Kilometer immer günstiger, je länger die Leitung ist. Wirtschaftlich interessant werden diese Leitungen derzeit erst ab einer Distanz von 500 Kilometern, bei Unterseeleitungen schon ab 40 Kilometern. Anders als bei Wechselstrom lässt sich eine HGÜ auch nicht unterwegs zur Stromentnahme anzapfen.

Die Gegenwart

Bisher sind schon einige HGÜ-Leitungen in Europa entstanden: Die erste HGÜ-Anlage wurde 1954 zwischen der schwedischen Insel Gotland und dem schwedischen Festland in Betrieb genommen. 1994 ging die 262 Kilometer lange Gleichstromleitung "Baltic-Cable" zwischen Lübeck-Herrenwyk und Kruseborg in Schweden in Betrieb. 1995 folgte die 170 Kilometer lange, vollständig verkabelte "Kontek" zwischen Bentwisch bei Rostock und Bjæverskov in Dänemark. England und Frankreich überbrücken den Ärmelkanal mit einer 2.000 Megawatt-Leitung,Finnland ist mit Russland durch eine 1.000-Megawatt-Leitung verbunden. Weitere Projekte gibt es in Norwegen, Schweden, Spanien, Italien und auch Deutschland. Insgesamt sind derzeit um die 50 Anlagen in Betrieb, die meisten davon in Europa. Siemens hat 2005 in China eine 940 Kilometer lange Hochspannungs-Gleichstrom-Strecke "Gui-Guang" gebaut. Eine weitere 1.400 Kilometer lange HGÜ-Leitung mit einer Kapazität von 5.000 Megawatt wird Siemens in China 2010 in Betrieb nehmen. Die Anbindung von Off-Shore-Windparks ist mit HGÜ-Netzen ebenfalls am günstigsten.

Die Zukunft

Die Halbleitertechnologie entwickelt sich stürmisch weiter. Das erleichtert die Gleich- und Wechselrichtung bei einer HGÜ. In Zukunft gewinnt der Stromtransport über größere Entfernungen an Bedeutung. Die HGÜ-Technik wandelt sich deshalb derzeit von der Nischentechnik zum Trendprodukt. Im Jahr 2003 wurde die Initiative TREC (Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation) gegründet, die sich für die Übertragung von Solar- und Windstrom nach Europa einsetzt, der in Wüstenregionen erzeugt wird. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt untersuchte mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums das Konzept. Der Forschungsbericht ist veröffentlicht (MED-CSP und TRANSP-CSP). Danach würde der Bau einer ersten HGÜ-Leitung von Afrika nach Europa mit einer Kapazität von 10.000 Megawatt fünf Milliarden Euro kosten. Die Studie beziffert die Stromtransportkosten von Afrika nach Europa mit 1,4 Cent je Kilowattstunde und die Übertragungsverluste mit zehn bis 15 Prozent. In Relation zu Netznutzungsentgelten von sechs Cent je Kilowattstunde für den Stromtransport innerhalb von Deutschland und Stromerzeugungskosten von sechs Cent in neuen Kraftwerken ist die HGÜ durchaus eine Technik, die schon bald sehr große Bedeutung erlangen kann. Derzeit zeigt die UCTE, die für das europäische Stromnetz zuständige Vereinigung, allerdings noch wenig Initiative in Sachen HGÜ. Das liegt an ungelösten Problemen bei der Zusammenschaltung der Einzelverbindungen zu einem Netz. Auch die Angst marktbeherrschender Firmen vor unliebsamer Konkurrenz könnte den Aufbau von HGÜ-Netzen bremsen. Der Bau eines europäischen Supergrids ist zwar aus einer Reihe von Gründen mehr als dringend. Politisch steht das Projekt aber noch nicht auf der Agenda.

(Quelle: Bund der Energieverbraucher.de)

 

 

Siehe hierzu auch den Artikel im Hauptmenü

 "Windkraftanlagen in der Nordsee"

Das Stromnetz von morgen mit Film

120 Km vor der Nordseeküste wird Strom durch Windkraft gewonnen, dieser wird 200 Km bis nach Diele Niedersachsen transportiert und zwar 125 Km unter Wasser und 75 Km an Land.

 

 

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